Penly - Fragement eines Blutbades am Vorabend der Französischen Revolution

Herbst 2010

Fragment
Band IV - Réveillon - 1789
Format: 13,5 x 19 cm
Paperback von Börsedruck, Wien

ISBN: 978-3-9502498-4-2

Erscheinungstermin: voraussichtlich Herbst 2010

(c) richard k. breuer  wien

 

»Der Marquis schenkt sich Cognac ins Glas und sieht dabei aus dem Fenster und in den Hof.
»Hättet Ihr Euch nicht ein Beispiel an Monsieur Duport nehmen können? Was hat er nicht schon überlebt, man könnte meinen, er ist nicht kleinzukriegen. Und wenn ich sehe, wie er jetzt am Tore wacht, dann weiß ich, dass er davon träumt, den Feind alleine zurückzuschlagen, mit Pistole und Degen. Aber er ist kein Held. Und wird es wohl nie werden. Ihr hättet einer werden können, Monsieur Mickiewicz. Kein strahlender, nein, nein, ein stiller Held hättet Ihr werden können. Ehrlich und wahrhaftig war Euer Charakter, immer aufrecht, immer zu seinem Wort stehend, keine Lüge duldend, auf das Gespräch und die Worte vertrauend. Gäbe es mehr von Euch, dieses Blutbad hätte nie stattgefunden. Aber in einer Zeit des Umbruchs … Ihr wusstet es … gibt es keinen Platz mehr für stille Helden. Das Laute übertönt das Leise und macht am Ende taub. Wohin steuern wir nur, Monsieur Mickiewicz? Wohin?«
Der Marquis leert das Glas, stellt es weg und nimmtdie Pistolen vom Tisch.
»Es wird Zeit.«
 

[der alte Fährmann] »Es wird keine Rückfahrt geben!«